Montag, 9. Mai 2011

Der Greyhound

Der Greyhound trabt durchs Land. Er ist alt geworden, nicht antik, aber in der Konkurrenz zu den juengeren Vertretern des oeffentlichlichen Ueberlandverkehrs, den Silbervoegeln, schon wuerdevoll gealtert.
Stadtkinder mit ihren Knoepfen in den Ohren fahren stumm mit und lassen sich beeindrucken von dem Vorbeiziehenden. Stille Seen mit schilfbewachsenen Ufern, Inseln aus Moos, ueber denen die Insektenschwaerme vermutlich surren, dazu heroischer Drum&Bass aus dem MP3-Player.
Die untergehende Sonne hat sich fuer ein paar, die Szenerie in fruehlingsklares Abendlicht tauchende, Strahlen noch einmal durch die dominierende Wolkendecke gekaempft. Sie zeigt auf golden-glitzerndem Weiherpakett den Guten-Abend-Tanz eines Wasservogels, des Namen Stadtkinder nicht wissen koennen.
Das Vorbeiziehende, die Seen, Baeche, Waelder, Felsformationen, ist in seiner Wirkung ungewohnt. Die in Ruhe betrachtete Natur wird in ihrem Eindruck nicht unglaeubig, aber als besonders aufgenommen. Wahrgenommen und verarbeitet als Eindruck zwischen zwei Stationen, die Toronto und Ottawa heissen und gerne Waschbaeren und Eichhoernchen in Parks und auf Flachdaechern als Highlight im Beton-, Glas- und Kulturalltag praesentieren.
Aber im Gegensatz dazu steht was die Natur hier bietet, auf dem Ruecken des Greyhounds in Richtung Norden.

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